, Waldburger Fabrice

Passivität und fehlende Leidenschaft

Der FCN verpasst es am Samstag, an die starke Leistung der Vorwoche anzuknüpfen und kann in Gossau trotz eines frühen 0:2-Vorsprungs nicht punkten. In einem highlightarmen Spiel entscheiden fünf Standardsituationen über Sieg und Niederlage.

 Tore: 11' Tremp 0:1, 13' Staubli 0:2, 28' FC Gossau 1:2, 58' FC Gossau 2:2, 69' FC Gossau 3:2

FCN: Forrer; Rüst, Staubli, Ro. Gämperli, Jonas Wirth; Waldburger (12' Joel Wirth), Sutter (82' Koch), Wagner, Oliveira (67' Ra. Gämperli); Y. von Dach (85' Y. Wiesli); Tremp

 

Das Spiel in Gossau begann vielversprechend. Nach nur zehn gespielten Minuten verwandelte Tremp einen wagnerschen Eckball freistehend per Kopf zum 0:1. Dieser Erfolg wurde allerdings etwas gedämpft, denn Waldburger, der sich beim Aufwärmen verletzt hatte, musste nur eine Minute später verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Die Mannschaft von Heinzelmann liess sich von diesem herben Rückschlag nicht unterkriegen und arbeitete weiter – und dies mit Erfolg. Bereits in der 13. Minute klingelte es erneut. Ein Mal mehr zeigte Wagner seine Standardstärke und zirkelte den Ball aus dem Halbfeld punktgenau auf den Kopf von Staubli, der zum 0:2 einnickte. In dieser Phase liess der FCN seine einstmals gefürchtete Standardstärke aufblitzen und glänzte zudem mit einer hundertprozentigen Chancenauswertung. Angetrieben vom Zweitorerückstand versuchte der FC Gossau, das Spiel in die Hand zu nehmen und die Aufholjagd zu starten. In der 17. Minute hätte dies beinahe zum Erfolg geführt. Nach einem Freistoss und einem Gewühl vor Forrer landete der Ball im Tor, der Schiedsrichter erkannte dieses aber aufgrund eines fragwürdigen Offsides ab. Trotzdem war ersichtlich, dass sich der FC Gossau nicht geschlagen gab und so passierte nach einer halben Stunde das, was sich abgezeichnet hatte. Ein unnötiges Foul an der Strafraumgrenze, ein herrlicher Freistoss und ein Stellungsfehler des FCN-Schlussmannes führten zum Anschlusstreffer. Und nur wenige Minuten später hätte der FCG beinahe ausgeglichen, Forrer konnte den neckischen Ball allerdings mit einer sehenswerten Parade zur Seite klären. Vom FCN kam offensiv fast gar nichts und so ging es mit der knappen 1:2-Führung in die Pause.  

Obwohl sich der FCN in der Garderobe leidenschaftlich anfeuerte, sprach das Bild auf dem Platz eine andere Sprache. Die Gastgeber kamen wacher und dynamischer aus der Pause, nahmen das Spieldiktat in die Hand und drückten auf den Ausgleich. Beim FCN fehlten weitgehend zusammenhängende Passstafetten. Man konzentrierte sich ausschliesslich auf die Verteidigungsarbeit, womit zumindest verhindert wurde, dass der FCG aus dem Spiel heraus gefährlich wurde. Allerdings zeichnete sich ab, dass diese Taktik nicht 45 Minuten lang aufgehen würde, zu überlegen waren die Gastgeber. Nach einer knappen Stunde war es soweit. Sutter klärte im eigenen Sechzehner unglücklich, bot dem Stürmer das Foul an, welcher die Einladung dankend annahm. Der Unparteiische zeigte auf den Punkt und der FC Gossau verwandelte souverän zum Ausgleich. Obwohl der FCN nun wieder gefordert gewesen wäre, lief das Spiel im genau gleichen Takt weiter. Die Gastgeber agierten, die Gäste reagierten. Vor allem wenn der FC Gossau Platz für spielerische Kombinationen hatte, wurde es das eine oder andere Mal gefährlich. Auf der Gegenseite versuchte der FCN mit vereinzelten Kontern die Führung zu suchen, diese verliefen aber allesamt im Nichts und wurden oftmals bereits vor dem Abschluss unterbunden. Diese Passivität der Stetter wurde nach knapp 70 Minuten bestraft. Und nicht überraschend war es erneut ein Standard, der das Tor einleitete. Nach einem Eckball verteidigte der FCN zu wenig energisch und Forrer musste zum dritten Mal hinter sich greifen. Dieses Tor spiegelte wider, was die wenigen Zuschauer seit der Pause zu sehen kriegten. Ein aktives und kämpferisches Team aus Gossau und ein passives und ausschliesslich reagierendes Team aus Niederstetten. Es fehlte die in der Pause geforderte Leidenschaft, den knappen Vorsprung um jeden Preis zu verteidigen. Der FC Gossau hatte in der Folge gar Möglichkeiten, die Führung auszubauen, scheiterte schlussendlich aber aufgrund mangelnder Durchschlagskraft. Erst in den letzten Minuten, angetrieben von Y. Wiesli und Koch, die frischen Wind von der Bank brachten, schien der FCN aus dem Winterschlaf zu erwachen. Die Köperspannung änderte sich, das Spieldiktat wurde übernommen und es wurde auf den Ausgleich gedrückt. Genau das hätte spätestens nach dem dritten Gegentreffer passieren sollen, denn in den lediglich fünf verbleibenden Minuten war der FCN nicht mehr in der Lage, Zählbares herauszuschlagen.

Am Ende des Tages war es kein unverdienter Sieg für den FC Gossau. Abgesehen von den ersten fünfzehn und den letzten fünf Minuten waren die Gastgeber die klar überlegene Mannschaft, taten mehr fürs Spiel und nahmen ihr Schicksal selbst in die Hand. Der FCN hingegen vertraute über weite Strecken auf die Abschlussschwäche der Gegner und verpasste es komplett, selbst für Torgefahr zu sorgen.

 

Hopp Stette!